Angeborene Hautkrankheiten (Genodermatosen)

Hautklinik Göttingen

Ichthyosen (http://www.netzwerk-ichthyose.de) sind eine Gruppe von seltenen, generalisierten, erblichen Verhornungsstörungen, die mit einer Schuppenbildung und oft auch einer erheblichen Entzündung der Haut einhergehen und zu schwerwiegenden physischen und psychischen Einschränkungen der Lebensqualität führen.
Diesen und anderen monogenetisch vererbten Hauterkrankungen gilt unser besonderes Interesse. Wir führen eine Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen in enger Zusammenarbeit mit anderen Kliniken der Universitätsmedizin Göttingen durch.
Insbesondere zu Ichthyosen und den DNA-Reparaturdefektsyndromen führen wir auch klinische Studien sowie molekular-genetische Untersuchungen durch.

Xeroderma Pigmentosum (XP) ist eine seltene autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, bei der ein Defekt in der Reparatur UV-Licht induzierter DNA-Schäden vorliegt. Patient*innen sind in der Regel sehr sonnenempfindlich (starke Sonnenbrände nach minimaler Sonnenexposition). Sie entwickeln häufig schon im Kleinkindesalter viele Pigmentmale gefolgt von der Entstehung bösartiger Hauttumore in lichtexponierten Körperarealen. Etwa 20% aller XP-Patient*innen entwickeln zusätzlich zu ihren Hautproblemen auch neurologische Symptome. XP wird in 7 Komplementationsgruppen eingeteilt entsprechend 7 verschiedener DNA-Reparaturgene (XPA bis G). Zusätzlich gibt es noch die XP-Variante, bei der ein Defekt in der Polymerase-eta besteht. Polymerase-eta kann UV-induzierte DNA-Schäden fehlerfrei übergehen.

Cockayne Syndrom (CS) ist eine weitere seltene autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, die mit einer erhöhten Sonnenlichtempfindlichkeit einhergeht. Im Gegensatz zu XP-Patient*innen entwickeln CS-Patient'innen jedoch kaum Pigmentläsionen und auch keine bösartigen Hauttumore. Zu den klinischen Symptomen von CS-Patient*innen gehören unter anderem charakteristische neurologische Symptome, progressiven Gewichtsverlust, Mikrozephalus, Kurzwüchsigkeit, Verkalkungen der Basalganglien und eine Pigmentdegeneration der Netzhaut. CS wird in 2 Komplementationsgruppen eingeteilt und die entsprechenden Gene sind bekannt (CSA und CSB).

Trichothiodystropie (TTD) ist eine weitere Erkrankung mit defekter Nukleotid-Exzisionsreparatur. Dieses Krankheitsbild ist sehr heterogen. Leitsymptom sind kurze, brüchige Haare und Nägel aufgrund eines Schwefelmangels. Unter dem Polarisationsmikroskop zeigen die Haare ein charakteristisches "Tigerschwanz"-Muster. Etwa die Hälfte aller TTD-Patient*innen besitzen eine erhöhte Sonnenlichtempfindlichkeit, haben aber kein erhöhtes Hautkrebs-Risiko. Bestimmte Defekte in den XP Genen XPB und XPD führen zu TTD. Es scheint jedoch mindestens ein weiteres diese Krankheit auslösendes Gen, TTD-A, zu existieren, welches jedoch bisher noch nicht identifiziert werden konnte.

Leistungen

Wir können eine umfangreiche klinische Diagnostik anbieten, die neben der hautärztlichen Untersuchung auch z.B. augenärztliche und neurologische Konsiliaruntersuchungen mit geeigneter bildgebender Diagnostik umfaßt.

Therapeutisch können wir hinsichtlich eines geeigneten Schutzes vor UV-Strahlung beraten, regelmäßige computergestützte Kontrollen von Pigmentmalen (Spezialsprechstunde) durchführen und diese ggf. frühzeitig operativ entfernen.

In unserem Forschungslabor können weiterführende molekular-biologische Untersuchungen betrieben werden. Diese beinhaltet u.a. die Bestimmung der DNA-Reparaturkapazität von Zellen des Patient*innen sowie die Bestimmung der Komplementationsgruppe. In geeigneten Fällen kann durch Basensequenzanalyse der genaue Gendefekt bestimmt werden.

Ärztliche Leitung

Oberarzt

Prof. Dr. med. Jorge Frank

Kontaktinformationen

    • Professur für Dermatologie, Schwerpunkt Dermato-Onkologie
    • Oberarzt / Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Medikamentöse Tumortherapie
    • Pubmed-Link

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