Akne inversa (Hidradenitis suppurativa)

Hautklinik Göttingen

In unserer Akne inversa-Sprechstunde behandeln die dermatologischen und chirurgischen Expert*innen der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie interdisziplinär Patient*innen mit allen Stadien und Schweregraden der Akne inversa. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Patient*innen ein wirksames, verträgliches und individuell angepasstes Behandlungskonzept zu entwickeln.  Durch langjährige Erfahrung, auf Grundlage der wissenschaftlichen Evidenz und mit aktuellsten Therapieformen möchten wir eine bestmögliche Versorgung unserer Patient*innen gewärleisten.

Krankheitsbild Akne inversa / Hidradenitis suppurativa

Die Akne inversa (Hidradentitis suppurativa) ist eine vielschichtig bedingte chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die insbesondere die großen Körperfalten (Achseln, Leisten, Genitalbereich, Bauchfalte, Gesäß, unter den Brüsten) betrifft. Die Erkrankung beginnt meist mit einzelnen entzündlichen Knoten und Abszessen, die sich häufig im Verlauf zu tiefen Fisteln und Narbensträngen entwickeln. Für die Betroffenen ist dies oft sehr schmerzhaft. Die Krankheit verläuft häufig in Schüben, ist psychisch belastend und stellt eine schwere Beeinträchtigung der Lebensqualität dar.

Bei vielen von der Krankheit Betroffenen werden die Symptome insbesondere zu Beginn verkannt. Die korrekte Diagnosestellung und Therapieeinleitung erfolgt deswegen häufig erst um viele Jahre verzögert.

Ursachen der Akne inversa

Die Akne inversa wird heute als Erkrankung des Haarwurzelapparats verstanden und ist vermutlich multifaktoriell bedingt, tritt also als Ergebnis einer genetischen Veranlagung, Fehlsteuerung des Immunsystems und bestimmten Umweltbedingen bzw. Lebensstilfaktoren auf. Zu den Risikofaktoren für das Auftreten und die Verschlimmerung der Krankheit zählen Rauchen, Übergewicht, mechanische Irritation (Rasur, enge Kleidung), hormonelle Veränderungen, Nahrungsmittel und Stress. Auch wenn bei Patienten mit Akne inversa in Abstrichen Bakterien nachgewiesen werden können, handelt es sich nicht um eine ansteckende Krankheit. Patienten mit Akne inversa leiden häufig unter anderen Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Schuppenflechte, rheumatische Erkrankungen und Depressionen.

Behandlungsmöglichkeiten der Akne inversa

  • Supportive Therapien (Lebensführung bei Akne inversa)

Die Aufgabe des Rauchens und ein Gewichtsverlust können sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. In den betroffenen Körperregionen sollten Haare nicht kurz rasiert, sondern besser getrimmt werden.

  • Lokaltherapie

Insbesondere bei milden Formen kommen desinfizierende oder antibiotische Medikamente zur äußerlichen Anwendung auf der Haut zur Behandlung in Frage. Auch bei mittelschweren oder schweren Formen kommt diese Therapieoption unterstützend in Betracht.

  • Antibiotikatherapie

Bei schwerer Verlaufsform können über eine begrenzte Zeit innerliche Antibiotika eingesetzt werden. Je nach klinischem Bild können diese als Tabletten oder über die Vene verabreicht und verschiedene Wirkstoffe kombiniert werden.

  • Biologicals

Biologicals, moderne monoklonale Antikörper oder Fusionsproteine, können Entzündungsbotenstoffe der Akne inversa aus dem Blut binden. Die Spritzentherapie mit Adalimumab (HumiraÒ, diverse Biosimilars) stellt derzeit die einzige in Deutschland zugelassene Therapie der mittelschweren bis schweren Akne inversa dar. Weitere Biologicals befinden sich derzeit in klinischer Prüfung.

  • Operative Therapie

Bei dem Auftreten akuter Eiteransammlungen kann eine chirurgische Entlastung notwendig sein. Unbehandelt oder unzureichend behandelt führt die Krankheit häufig zu Fistelgängen, Bindegewebssträngen und Gewebszerstörung. In diesem Stadium ist eine operative Entfernung ebenfalls angezeigt und kann – je nach Umfang und Lokalisation – zu einer dauerhaften Abheilung führen.

Im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts kommen diese Therapieformen in unserer Klinik auch kombiniert zur Anwendung, um ein bestmögliches Therapieergebnis zu erzielen.

Unser Leistungsspektrum

  • Individuelle Untersuchung und Therapieplanung bei Erstuntersuchung unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten einschließlich Teilnahme an klinischen Studien
  • Ambulante und stationäre Behandlung mit medikamentösen und operativen Therapien
  • Modernste Wundversorgung durch Wundexperten
  • Entlassungsmanagement und Sozialdienst zur Sicherstellung der poststationären Wundbehandlung nach einer Operation bei Ihnen zu Hause über einen Pflegedienst
  • Nachkontrollen über unsere Ambulanz oder unsere Tagesklinik im engen Austausch mit den weiterbehandelnden niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in den Praxen.
  • Fachgerechte Unterstützung durch den Sozialdienst der UMG zu Fragen der pflegerischen Unterstützung und wirtschaftlichen Hilfen

Anmeldung

Die Erstvorstellung in unserer Klinik erfolgt in der allgemeinen Sprechstunde der Poliklinik. Ein Termin kann unter der Telefonnummer 0551 3966478 vereinbart werden.

Bitte bringen Sie einen Überweisungsschein sowie alle Vorbefunde und Arztbriefe zu diesem Termin mit.

Oberarzt

Prof. Dr. med. Lutz Kretschmer

Prof. Dr. med. Lutz Kretschmer

Kontaktinformationen

    • Stellvertretender Leiter der Abteilung
    • Oberarzt / Facharzt für Dermatologie
    • Facharzt für Chirurgie, Phlebologie, Allergologie, Medikamentöse Tumortherapie
    • Pubmed-Link
Oberärztin

Dr. med. Hedwig Stanisz-Bogeski

Dr. med. Hedwig Stanisz-Bogeski

Kontaktinformationen

    • Oberärztin / Fachärztin für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Berufsdermatologie (ABD), Medikamentöse Tumortherapie
    • Gleichstellung, Diversität, Vereinbarkeit Beruf und Familie
    • Pubmed-Link
Oberarzt

PD Dr. med. Christian Kromer

PD Dr. med. Christian Kromer

Kontaktinformationen

    • Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Berufsdermatologie (ABD)
    • M.Sc. (Health Economics)

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